Yoga Nidra – was ist das?

Yoga Nidra bedeutet bewusster, psychischer oder dynamischer Schlaf. Es ist eine Entspannungs- und Meditationstechnik des Satyananda Yoga. Sie ermöglicht Entspannung auf körperlicher und mentaler Ebene und stärkt das Nervensystem.

Im März 2018 habe ich bei der Urs und Ewa Keller die Ausbildung zur Kursleiterin für Satyananda Yoga Nidra® erfolgreich abgeschlossen. Bevor du einen Kurs bei mir besuchst, möchtest du sicher wissen, was dich erwartet und ob Yoga Nidra das Richtige für dich ist. Hier das wichtigste im Überblick:

Yoga bedeutet „Vereinigung“, Nidra bedeutet „Schlaf“. Es ist ein Zustand der frei von
Anspannung ist jedoch in völliger Bewusstheit, in Präsenz. Yoga Nidra ist eine Technik
die Satyananda Saraswati weiterentwickelt hat und ist essentieller Teil des Satyananda Yoga bzw. der Bihar School of Yoga. Beim Üben von Yoga Nidra befinden wir uns in einem Bewusstseinszustand zwischen innerer und äußerer Welt, nicht ganz wach und nicht im tiefen (unbewussten) Schlaf. In diesem Zustand werden im Gehirn Alphawellen erzeugt, wodurch körperliche, mentale und emotionale Anspannung gelöst wird. Diesen natürlichen Zustand erfahren wir auch kurz vor dem Einschlafen und direkt nach dem Aufwachen. Yoga Nidra ist damit ein Werkzeug, um Stress und dessen Folgen aufzulösen. Yoga Nidra wirkt ausgleichend auf das Nervensystem, das bei Stress aus dem Lot ist.

Stress… und wie Yoga Nidra helfen kann ihm entgegenzuwirken

Unter Stress aktiviert der Körper das sympathische Nervensystem, das wiederum den Fight-or-Flight-Reflex auslöst: Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, Erhöhung der Atem- und Herzfrequenz und Körpertemperatur etc. Bleibt der Sympathikus regelmässig weit über die „Notfallsituationen“ hinaus aktiviert, kann diese zu stressbezogenen Krankheiten wie Verdauungsbeschwerden, Schlaflosigkeit und andere psychosomatische Erkrankungen führen.
Lernen wir durch Yoga Nidra bewusst loszulassen und uns zu entspannen und fördern wir die
Aktivität des Parasympathikus, dann kann sich das vegetative Nervensystem (Sympathikus und
Parasympathikus) dauerhaft wieder ins Gleichgewicht bewegen.

Was dich in meinen Yoga Nidra Einheiten erwartet

Um eine „runde Stunde“ von 60 Minuten anzubieten, stimmen wir uns ein mit Om chanten, beginnen mit ein paar einfachen Dehnungsübungen aus dem Hatha Yoga und je nach Tageszeit praktizieren wir Sonnengrüße. Das löst bereits Verspannungen und du kannst nach einem aktiven Alltag allmählich abschalten. Der Übergang zum entspannten und bewegungslosen Liegen wird damit leichter.

Dann legst du dich auf deine Yogamatte oder eine Decke. Du machst es dir bequem und deckst dich zu, damit es dir während der Übung immer angenehm warm ist. Du schließt die Augen.

Manuela Entspannungsposition Rückenlage
Foto: He Shao Hui

Durch das ruhige Liegen und das Schließen der Augen kommen dein Körper und deine Sinne zur Ruhe. Alles was jetzt noch zu tun brauchst, ist wach zu bleiben und meiner Stimme zuzuhören. Dein Hörsinn bleibt während der Übung aktiv und folgt den Anweisungen meiner Stimme. Die Übung beginnt mit einem Kreis der Achtsamkeit durch verschiedene Körperteile, und geht weiter zur Atembeobachtung. In der fortgeschrittenen Praxis werden auch unterschiedliche Empfindungen und Visualisierungen angeleitet. Danach führt dich meine Stimme langsam wieder zurück in die Aktivität. Die Übung ist zuende mit den Worten Hari Om Tat Sat. Danach kannst du noch ein bisschen in Stille zu verweilen, Gedanken in dein Tagebuch schreiben, oder Fragen stellen. Erst wenn du dich bereit dazu fühlst, kehrst du in deinen Alltag zurück.

Anfänger*innen oder Fortgeschrittene?

Du bist Anfänger*in wenn du noch nie Yoga Nidra prakiziert hast, auch wenn du bereits andere Meditationstechniken und/oder Hatha Yoga praktizierst.

Für wen ist Yoga Nidra geeignet, für wen nicht?

Yoga Nidra bringt Ruhe, Klarheit und Stille in Körper und Geist. Er kultiviert den passiven Teil in uns, der im Alltag oft zu kurz kommt. Yoga Nidra ist daher geeignet für Menschen, die einen Ausgleich zu einem von Aktivität geprägten Alltag suchen. Er eignet sich außerdem als Schulung der Achtsamkeit und Atemwahrnehmung. Bei Stresssymptomen bis hin zu Burn-out kann Yoga Nidra unterstützend sein (nur nach Absprache mit der behandelnden Ärztin/Therapeutin).

Yoga Nidra ersetzt keine (Psycho-)Therapie und ist nicht geeignet wenn du unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder starken Psycho-Pharmaka stehst. Bei Depressionen dominiert der passive Teil in uns,  Yoga Nidra kann daher verstärkend wirken. Nicht verzagen, du bist trotzdem richtig bei mir: Achtsame Bewegung durch Hatha Yoga mit gezielten Atemübungen und kurzer Entspannung (savasana) wirkt sich hingegen bei Depressionen positiv aus. Sieh‘ dir gleich mein aktuelles Kursangebot an: zum Stundenplan

Yoga Nidra Einheiten:
Schnupperstunde am 27. September 2018, 20:00 – 21:00 Uhr, Morellenfeldgasse 4
11 Wochen-Aufbaukurs für Anfänger*innen: 4. Oktober – 20. Dezember, 20:00 – 21:00 Uhr, Morellenfeldgasse 4